Der Vienna Comic Con Ball wird zum Opening-Highlight des 10. Jubiläums
Zum zehnjährigen Jubiläum der Vienna Comic Con kehrt der Vienna Comic Con Ball zurück. Am 21. November wird in der Imperial Riding School in Wien der Novigrad Maskenball veranstaltet. Die Grundlage bildet die Welt von The Witcher 3, entwickelt von CD Projekt Red. Die Veranstaltung versteht sich nicht als nostalgischer Ball, sondern als gemeinsamer Raum von Cosplay, traditioneller Ballkultur und zeitgenössischer Popkultur.
Die Wahl des Ortes ist dafür wesentlich. Die Imperial Riding School bringt eine historische Formensprache mit – hohe Räume, klare Achsen, sichtbare Tradition. Hier trifft sie auf eine Szene, die sich über Charaktere, Rollen und Spielwelten definiert. Cosplay ist an diesem Abend nicht Darstellung, sondern Teil des Körpers. Die Kostüme sind nicht Dekoration, sondern Identität. Der Raum wird dadurch nicht zu einer Bühne, sondern zu einer gemeinsamen Fläche.
Die musikalische Gestaltung folgt keinem klassischen Ballablauf. Mittelalterliche Live-Musik und elektronische DJ-Sets wechseln sich ab. Die Band Die Schandgesellen und Sets von Radio Energy strukturieren den Abend ohne ihn zu unterbrechen. Die Moderation übernimmt Laura Peters, die auch die Vienna Comic Con selbst begleitet. Dadurch bleibt die Verbindung zwischen Convention und Ball durchgehend sichtbar.
Visuelle Setzungen wie Witcher-Fotopoints dienen nicht als Fotokulisse für soziale Medien, sondern als definierte Zonen innerhalb des Balls. Sie markieren Übergänge zwischen Person und Rolle. Wer dort steht, nimmt eine Position ein, die sowohl Teil der Fiktion als auch Teil des eigenen Auftretens ist. Eine Tombola ergänzt dies, nicht als Unterhaltungspunkt, sondern als Hinweis auf die Sammlerkultur, die in der Gaming-Szene eine zentrale Rolle spielt. Gäste aus Kultur, Entertainment und Community sind anwesend. Der Ball funktioniert über Begegnung.
Der Abend ist Auftakt. Am 22. November folgt auf der Content Creator Stage der Vienna Comic Con die Vorstellung einer limitierten Sonderbriefmarke zu The Witcher 3. Gestaltet vom polnischen Künstler Krzysztof Domaradzki verbindet das Motiv Linien des Wiener Jugendstils mit der Bildsprache des Spiels. Die Limitierung liegt bei 125.100 Exemplaren. Die Briefmarke ist damit kein Merchandise, sondern ein grafisches Objekt, das Sammler:innen, Fans und Designinteressierte gleichermaßen anspricht. Sie verschiebt das Spiel aus dem digitalen Raum in eine physische Form, die zirkulieren kann.
In der Verbindung aus Ball, Convention und Sammlerstück zeigt sich eine klare Bewegung in der Popkultur:
Figuren und Welten werden nicht mehr konsumiert, sondern gelebt.
Kultur entsteht nicht über Distanz, sondern über Teilnahme.
Die Imperial Riding School wird zur Bühne für einen Ball, der Cosplay und Wiener Tradition kombiniert. Nicht als Gegensatz, sondern als eine Form der Gegenwart.
Vienna Comic Con Jubiläumsbriefmarke