BMW R 7 und Henderson KJ Streamline – Motorräder als Ikonen der Art-Déco-Ära

Zwei Maschinen, zwei Welten – und doch verbunden durch eine Epoche: Die BMW R 7 von 1934 und die Henderson KJ Streamline von 1930 verkörpern auf ganz unterschiedliche Weise den Geist des Art Déco. Beide Motorräder gelten heute als Design-Ikonen, die weit über reine Technik hinausweisen und wie Skulpturen wirken.

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Die BMW R 7: Vision in Stromliniendesign

1934 entwarf Ingenieur Alfred Böning die BMW R 7, inspiriert vom Art Déco und dem damals populären Stromliniendesign, das vor allem in der Automobilindustrie für Furore sorgte. Unter der markanten Karosserie schlug ein Boxermotor, konstruiert von Leonhard Ischinger: 793 cm³, 34 PS, hängende Ventile und längst eingebaut – ein innovativer Viertakter mit aus einem Stück gegossenem Zylinder und -kopf, um die anfällige Kopfdichtung zu vermeiden.

Die R 7 wurde handgeschaltet – ein Detail, das man heute kaum mehr kennt. Doch trotz des visionären Designs entschied sich BMW damals gegen die Serienproduktion und setzte stattdessen auf die sportlichere R 5. Eine Frage bleibt offen: Hätte die R 7 das Zeug zum Klassiker gehabt, wenn sie in Serie gegangen wäre?

Die Henderson KJ Streamline: Art Déco auf zwei Rädern

Mit einem ganz anderen Ansatz beeindruckte der Amerikaner Orley Ray Courtney bereits 1930. Als Karosseriebauer störte ihn, dass Motorräder kaum Wetterschutz boten. Seine Antwort: die radikal gezeichnete Henderson KJ Streamline, eine Maschine, die mehr an ein rollendes Kunstwerk als an ein klassisches Motorrad erinnert.

Die in Handarbeit gefertigte Karosserie orientierte sich am Chrysler Airflow mit markantem Kühlergrill und am Auburn Boat-Tail Speedster im Heck. Unter dem Blech arbeitete ein 1.200-ccm-Motor mit rund 40 PS, der die Maschine auf über 100 mph brachte. Bei einem Gewicht von 235 Kilogramm versprach das ein Fahrerlebnis voller Dynamik – und optisch ein Statement der Extraklasse.

 

Foto: Mark Thomas

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